Eine Banklänge Verwahrlosung

Wer erinnert sich noch an den Antrag der „Fraktion BSW im Pirnaer Stadtrat“ „Pirna – Stadt des Friedens“ vom Juni vergangenen Jahres? Vermutlich nur der Antragsteller selbst und das auch nur, weil ein entsprechendes Schild das Schaufenster des eigenen Bürgerbüros ziert. Zum Zeitpunkt des Antrags lag ein Friedensspaziergang, damals organisiert von Wolfgang Bieberstein, bereits rund zweieinhalb Jahre zurück.

Bieberstein führte die Teilnehmer im Februar 2023 zu verschiedenen Stationen in Pirna, die Bezug zum Frieden aufwiesen. Darunter auch die Friedensbank im gleichnamigen Park. Aus seinem Herzen keine Mördergrube machend, befand er schon damals deren Zustand und das vermüllte Umfeld als beschämend für die Stadt. Seine Worte verhallten ohne Reaktion. Geändert hat sich bis heute am Ambiente nichts.

Auch nicht, nachdem ein Teil des Stadtrates Pirna den wohlfeilen Titel „Stadt des Friedens“ bescherte. Wie so oft – außer Geschwätz und in diesem Fall zum Glück keinen Spesen, nichts gewesen. So bleibt die Bank bis heute ein Symbol, immer weniger für den Frieden, sondern für hingenommene Verlotterung und zunehmenden Vandalismus. Gewissermaßen eine Banklänge Verwahrlosung. Ähnliche Beispiele gibt es zuhauf.

Auch deshalb haben wir einen Antrag eingebracht, der sich mit der Leistungsfähigkeit des Bauhofs befasst. Ziel, in Sachen Ordnung und Sauberkeit eine Trendwende herbeizuführen. Pirnas Parks und Anlagen sind für Bürger, die ihre Stadt schätzen, eine Art erweitertes Wohnzimmer. Ohne, dass sich diese Einsicht bei allen durchsetzt, wird aber auch ein besser aufgestellter Bauhof nicht helfen können.

Nach oben scrollen