Denn drei Krankheitsfälle in den Reihen unserer beiden Fraktionen sowie ein „anderweitiger Ausfall“ brachten die an sich sichere Mehrheit ins Wanken. Im Falle der Baumschutzsatzung kehrte aber bei der CDU-Fraktion in Form von zwei Ja-Stimmen und einer Enthaltung in gewisser Weise rechtzeitig Vernunft ein. Dafür bedanken wir uns.
Das Gegenteil konnte man bei Grünen & Co. beobachten. Dort sah man das Weltklima in Gefahr, wenn womöglich ein Pirnaer Gärtner auf die Idee käme, auf seinem eigenen Gelände einen alten Obstbaum zu fällen, ohne vorher Behörden zu fragen. Zerrbilder von Kahlschlägen ergänzten die Tirade. Extra diesem Quatsch widmen wir unser Beitragsbild.
Die eingangs erwähnte krankheitsbedingte und einmalige Verkehrung der Mehrheitsverhältnisse im Rat, wurde besonders vom lauten Wortführer einer Fraktion registriert und in dürftiges politisches Kapital mit sehr kurzer Halbwertszeit von sechs Monaten verwandelt. Das kann man so machen. Ob dafür Sympathien zufliegen, fraglich.
Denn von der Idee, für die wir – ebenfalls mit Unterstützung der Freien Wähler – seit Monaten kämpfen, hätten viele profitiert. Mit einem Gruß an die Grünen, sogar die Umwelt. Leider werden nun erstmal Pirnaer Schulen ihre Bücher weiter aus der ganzen Republik zusammengekarrt bekommen, nicht von hiesigen Buchhändlern erhalten.
Kein Argument war absurd genug, um es nicht gegen den Antrag ins Feld zu führen. Wir machen das schon immer so. Mehr Bürokratie. Und am Ende sogar angeblich höhere Kosten. Dass der Umsatz in der Stadt verbleibt und ein Teil über Steuern ins Stadtsäckel fließt? Irrelevant für die Gegner aus SPD, Linken, Grünen, CDU und BSW.
Deren Sorge um den Stadthaushalt verflog allerdings augenblicklich als es um die Kosten für den Markt der Kulturen ging. Der wird bisher nämlich nicht nur durch einen Sockelbetrag von 10.000 Euro, sondern auch mit unzähligen Dienstleistungen aus dem Rathaus verwöhnt – über deren Umfang dort aber niemand auskunftsfähig ist.
An sich eine Selbstverständlichkeit. Schließlich geht es um unser aller Steuergeld. Der Antrag, diesbezüglich (und auch für alle anderen ähnlichen Veranstaltungen) ein Controlling einzuführen, fand keine Mehrheit. Die Ausgaben für ideologisch klar einzuordnende Events interessieren auf der linken Seite des Stadtrates einfach nicht.
Oberbürgermeister Tim Lochner blieb es vorbehalten, diesem linken Schlendrian den Zahn zu ziehen. Er kündigte noch in der Sitzung an, zukünftig diese Kosten in der Verwaltung erfassen zu lassen und damit gegenüber den Bürgern Rechenschaft ablegen zu können, was mit ihrem Geld passiert. Ob der „MadeKu“ Zukunft hat, wird sich zeigen.


