Anders als die Stadtverwaltung bisher vorgab, hat der Markt der Kulturen (Madeku) keinerlei messbare Auswirkungen auf die „Attraktivität Pirnas als Wirtschaftsstandort“. Die AfD-Fraktion hatte im März diesen Jahres nachgefragt, welcher Mehrwert aus der in den vergangenen Jahren mit über 85.000 Euro geförderten Veranstaltung für die Stadt entsteht, wobei in der Summe noch nicht die umfangreichen Dienstleistungen aus den Fachbereichen berücksichtigt sind, welche die Verwaltung nicht beziffern kann.
Die Antwort des Rathauses darauf: „Aus Unternehmenssicht stärkt das Fest die Attraktivität Pirnas als Wirtschaftsstandort. Resultierend aus der Notwendigkeit der Fachkräftegewinnung, werden die Themen Standortattraktivität und Vielfalt in einer zunehmend globalisierten Arbeitswelt immer wichtiger. Der Markt der Kulturen kann ein Signal an internationale Fachkräfte oder junge Talente sein, dass Pirna eine weltoffene Stadt ist, die ein positives Umfeld für Arbeit und Leben bietet.“ So etwas macht neugierig.
Und so hakten wir nach und wollten konkret wissen, welche Unternehmensansiedlungen es ohne den Markt der Kulturen nicht gegeben hätte, wie viele internationale Fachkräfte ohne den Madeku nicht den Weg nach Pirna gefunden hätten, um hier in einem Unternehmen zu arbeiten. Für uns besonders interessant, wie viele Unternehmen, insbesondere aus Mittelstand und Handwerk, in den vergangenen Jahren den Madeku als Chance zur Fachkräftegewinnung genutzt haben und deshalb mit einem eigenen Stand präsent waren.
Am 24. Oktober kam die Antwort: „Für die Fragen können keine abrechenbare und belegbare Zahlen ermittelt werden. Da vom Fragesteller weder Floskeln noch Worthülsen gewünscht sind, verzichten wir im Interesse des Fragestellers auf textliche Beantwortung.“ Ein bisschen dünn für eine Veranstaltung der Stadt in Kooperation mit der Aktion Zivilcourage, die allein im Jahr 2024 auf der Ausgabenseite sage und schreibe 16.000 Euro Personalkosten verursachte. Wir werden bei diesem Thema nicht lockerlassen.


