„Täglich vom Bauhof zum Pirnaer Rathaus und zurück“

Das wären rund vier Kilometer täglicher Fahrstrecke. Ergäben seit August 2022 zusammen etwa 3.500 Kilometer, die ein extra für den Bauhof angeschafftes Lastenfahrrad bis heute „auf der Uhr“ haben müsste. Erklärtes Ziel der Verwaltung – man wolle umweltfreundlicher werden. Genauer, die Bauhofmitarbeiter sollten sich so bewegen.

In der SZ Pirna hatte man über den „Fortschritt“, der gut und gern dem Skript unseres städtischen „Klimamanagers“ entsprungen sein könnte, ausführlich gejubelt. Mit dem Kauf des Lastenrads setze Pirna den Plan weiter um, die Fuhrparks mit klimaschonenden Fahrzeugen auszurüsten. „Schließlich wollen wir eine umweltfreundliche Stadt sein“.

Diese Ansagen stammen von Sandra Roscher, Fachgruppenleiterin Tiefbau im Rathaus. Der SZ gab sie in dem Beitrag im November 2021 noch mit auf den Weg, „die Stadtarbeiter wollten jetzt schauen, wo sich dieses Gefährt sinnvoll einsetzen lässt“. Weit sind sie dabei offenbar nicht gekommen, denn zurückgelegt hat das Fahrrad seitdem nur 170 Kilometer.

Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion zurück, der die Verausgabung von Steuergeld für derartige Experimente schon lange ein Dorn im Auge ist. Anlass der Frage war ein Schnappschuss vom Lastenradtacho im Juni 2025. Der zeigte zu diesem Zeitpunkt eine Laufleistung von 162 Kilometern – seit Anschaffung.

Zwischen der Antwort der Verwaltung jetzt und besagtem Foto hat das 3.000 Euro teure Klimarettungsgerät also ganz acht Kilometer zurückgelegt. Reichlich 44 Meter pro Arbeitstag. Bezogen auf die Gesamtlaufleistung kostete jeder Kilometer Strecke mit diesem Fahrrad schlappe 17,65 Euro. Das schreit geradezu nach weiterer Aufklärung.

Hintergrund:

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